Körpertherapie kurz erklärt

Vielen ist der Begriff der Psychotherapie geläufig. Hier ist die Psyche im Fokus, es wird viel gesprochen, reflektiert, erinnert und innerlich neu ausgerichtet. Unter Körpertherapie kommt einem vielleicht Physiotherapie oder Osteopathie in den Sinn, wo mit manuellen Interventionen oder Übungen körperliche Impulse gegeben werden.

So wie ich Körpertherapie verstehe

Die Körpertherapie, so wie ich sie verstehe, nimmt, je nach Methode und Form, die oben genannten Möglichkeiten absolut auch mit, es wird jedoch der Aspekt des körperlichen Erlebens stärker in den Fokus gerückt.

Wir leben in einer Kultur, die das körperliche Empfindungsfähigkeit wenig betont. Religion, oder auch Philosophie, haben unseren Blick auf das Körperliche massgeblich geprägt: ich denke, also bin ich.

Die Atemtherapie stellt als Methode der Komplementärtherapie eben diese körperliche Empfindungsfähigkeit und das bewusste Wahrnehmen in den Vordergrund. Etwas, das wir eigentlich alle mitbringen, häufig jedoch im Laufe unseres Lebens wenig weiterentwickeln können, oder sogar „verlernen“.

Alles was ich denke, fühle, erinnere, hat das Potential, in meinem Körper Resonanz zu erzeugen. Wie fühlt es sich an, wenn ich ein bestimmtes Ereignis erinnere? Was nehme ich wahr? Oder auch: Wenn ich eine bestimmte Bewegung ausführe, was entstehen dabei für Gefühle? So kann ein Thema von unterschiedlichen Blickwinkeln angegangen werden.

In Verbindung mit sich sein

In der Regel versuchen wir, Schwieriges zu vermeiden, was absolut verständlich ist. Schliesslich lernen wir schon als Kinder „du musst nicht traurig sein“, „hab keine Angst“, „reg dich nicht auf“, „das tut gar nicht weh“, „schau mal die hübschen Blümchen dort“.

Wir flüchten uns in unsere Gedanken oder lenken uns ab, so gut es geht und nehmen nicht mehr wahr, was im Körper (oder in unserer Seele) passiert. Es kann zwar schwierig, jedoch sehr zielführend sein, diesen Automatismus zu hinterfragen und zu beginnen, sich innerlich eher zu- statt abzuwenden. Der Körper kann hierfür zu einer kraftvollen Quelle werden, auf die wir uns im Bedarfsfall beziehen können.

In diesem Sinne ist es ein Kern der Therapie, Ressourcen (das was „gut“ ist, was unterstützt) zu stärken. Was trägt zu einer Verbesserung der Lebenssituation bei? Statt, was muss ich anders machen? Im Sinne einer Verschiebung zu der Äusserung „ich erlebe, also bin ich„.

Ergänzend zur Schulmedizin

Dieser Ansatz kann für Beschwerden, bei denen zum Beispiel die Schulmedizin an ihre Grenzen stösst wirksame Impulse setzen. Beispielsweise im Umgang mit körperlichem Schmerzen oder schmerzhaften Gefühlen/Gedanken. Gleichzeitig ist eine körpertherapeutische Begleitung niemals ein Ersatz für eine schulmedizinische oder psychotherapeutische Abklärung.

Kontaktaufnahme

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